Albrecht Haushofer

Albrecht Haushofer wurde am 7.1.1903 in München als Sohn des Geographieprofessors Karl Haushofer geboren. Dieser hatte sehr gute Beziehungen zu Japan und entwickelte die deutsche Geopolitik, an der die Nationalsozialisten großes Interesse zeigten. Denn mit geopolitischen Argumenten ließ sich die Expansionspolitik des Dritten Reiches gut rechtfertigen. Karl Haushofer galt als wichtigster Japan-Experte im Dritten Reich und beriet u.a. Botschafter Eugen Ott, den Journalisten und Spion Richard Sorge sowie den Philosophen Karlfried Graf Dürckheim. Auch sein in München aufgewachsener Sohn Albrecht wurde Geograph. Seit 1940 war er Professor an der Berliner Humboldt Universität. Rudolf Heß war ein alter Freund seines Vaters und förderte ihn, obwohl Haushofers Mutter „Halbjüdin“ war. Doch 1941, nachdem Heß nach England geflogen war, sagte sich Haushofer von den Nazis los. Wegen seiner Verbindung zu den Verschwörern des 20. Juli 1944 wurde er im Dezember 1944 verhaftet und ins Gefängnis in Berlin-Moabit eingeliefert. Im Gefängnis schrieb er heimlich 80 Gedichte in Sonettform. Am 23.4.1945 wurde er zusammen mit Klaus Bonhoeffer (Dietrich Bonhoeffers Bruder) und dessen Schwager Rüdiger Schleicher von der SS ermordet. Sein Bruder Heinz fand bei der Leiche die Gedichtsammlung und veröffentlichte sie 1946 unter dem Titel „Moabiter Sonette“. Seine Eltern Karl und Martha Haushofer nahmen sich Anfang 1946 das Leben. Bereits Karl Haushofer hatte sich intensiv mit dem spirituellen und buddhistischen Gedankengut Japans und Tibets beschäftigt. In einigen der „Moabiter Sonette“ bezieht sich Albrecht Haushofer auf solche Vorstellungen von Japan.


Werke u.a.:

Literarische Veröffentlichungen

1927   Abend im Herbst, Drama, Privatdruck.
1932  Und so wird in Pandurien regiert, Drama, Bühnenmanuskript.
1934  Scipio. Ein Schauspiel in 5 Akten, Drama.
1938 1938 Sulla. Ein Schauspiel in 5 Akten, Drama
1938  Gastgeschenk, Gedichte, Privatdruck.
1939  Augustus. Ein Schauspiel in 5 Akten, Drama
1949  Chinesische Legende. Eine dramatische Dichtung. Uraufführung am 8. Februar 1948 in Göttingen durch Heinz Dietrich Kenter,  
1985  Thomas Morus. Unvollendetes tragisches Schauspiel, hrsg. nach dem Manuskript des Autors von Hubertus Schulte Herbrüggen
1985  Moabiter Sonette. Nach der Originalhandschrift herausgegeben von Amelie von Graevenitz.